Armeniens höchster Wasserfall: 23,5 Meter freier Fall im Hochland von Lori
Lori — 23,5 Meter freier Fall über eine Basaltkante, weit abseits jeder Asphaltstraße – Armeniens höchster Wasserfall donnert mitten im offenen Hochland ins Becken.

Zehn Kilometer Schotterpiste über offenes Bergland ab Shirakamut, das letzte Stück am Bach entlang — dann hörst du ihn, bevor du ihn siehst. Trchkan ist der höchste Wasserfall Armeniens, an der Grenze von Shirak und Lori auf rund 1.600 Metern. Das Wasser donnert über die Felskante, die Gischt steht kühl in der Luft, und ringsum ist nichts als Hochland. Hierher kommt fast niemand.
Der Trchkan liegt auf rund 1.600 Metern Höhe, eingebettet zwischen den nordöstlichen Ausläufern des Shirak-Gebirges und dem Bazum-Bergzug. Der Chichkhan-Fluss – 29 Kilometer lang, Einzugsgebiet 192 Quadratkilometer – entspringt auf 2.250 Metern und erreicht hier, in seinem mittleren Abschnitt, seinen stärksten Abfluss. Das Wasser bricht breit über die Felslippe und trifft mit einem Durchsatz von rund 1,5 Tonnen pro Sekunde auf das Becken darunter. Der Wasserfall ist kein verborgener Spalt im Wald, sondern ein offener, weithin hörbarer Absturz in einer Hochlandlandschaft, die in alle Richtungen Weite zeigt.
Offroad & Anfahrt
Grobpiste3/5
Ab Shirakamut führen wir dich rund 10 Kilometer über Schotter- und Feldpiste durch offenes Weideland, queren den Chichkhan mehrfach auf flachen Furten, das letzte Stück über feuchten Flusssand. Faktor 3 von 5: Schlaglöcher, kleine Bachquerungen, nach Regen weicht der Boden auf – unsere Wagen haben die Bodenfreiheit dafür. Im Winter ist die Piste gesperrt; wir fahren sie, wenn die Schneeschmelze den Wasserfall auf volle Wucht bringt.
- Beste Saison
- Mai–Oktober (Hochland, Schotterzufahrt im Winter gesperrt)
- Höhe
- 1.600 m
- Nächster Ort
- Shirakamut
- Originalname
- Թռչկան ջրվեժ
Lage und Geografie: Hochland an der Provinzgrenze
23,5 Meter freier Fall machen den Trchkan zum höchsten Wasserfall Armeniens – rund 1,5 Tonnen Wasser pro Sekunde stürzen ins Becken. Am stärksten zwischen März und Juni, wenn die Schneeschmelze des Shirak-Gebirges den Chichkhan füllt. Seit 2008 Naturdenkmal; 2011 stoppten Umweltschützer ein geplantes Kraftwerk am Fluss.
Geschichte: Kloster, Erdbeben und Umweltkonflikt
Direkt am Wasserfall steht das Kloster Chichkhanavanq, der Überlieferung nach im 7. Jahrhundert gegründet. Das Erdbeben von 1988 – Epizentrum nahe Shirakamut – zerstörte es schwer; zwischen 2013 und 2015 wurde es wiederaufgebaut.
Legende & Mythos
„Trchkan“ heißt auf Armenisch „springend“. Der Name stammt von den Forellen, die zur Laichzeit den Chichkhan hinaufzogen und über die Kante sprangen – angeblich mehr als 20 Meter hoch.
Warum hierher?
Du stehst vor Armeniens höchstem freien Fall – und hörst ihn ins Becken donnern, bevor du ihn siehst. In alle Richtungen weite Weiden, kaum Infrastruktur, eine wiederaufgebaute Klosterkirche am Talrand. Wir fahren die Route zwischen Mai und Juli, wenn die Schneeschmelze die volle Wucht trägt.
Praktische Infos für den Besuch
Beste Reisezeit: Mai bis Oktober; Höhepunkt der Wasserführung Mai–Juni. Zufahrt: ab Shirakamut, ca. 10 km Schotter-/Feldpiste, 4x4 empfohlen. Im Winter gesperrt. Nächste Stadt: Gyumri (ca. 1 Stunde Fahrzeit). Am Wasserfall: Picknickmöglichkeiten vorhanden. Direkt beim Wasserfall liegt das Kloster Chichkhanavanq (Besichtigung möglich, wiederaufgebaut 2013–2015). Eintritt: kostenlos. Unterkunft: in Gyumri oder Vanadzor. Kein Mobilfunknetz in Teilen des Tals – Offline-Karte vorab laden. Regenbedingte Aufweichung der Piste möglich – Wettercheck vor Abfahrt.
Impressionen
Lage
In 1 Expeditionen enthalten
Bereit, selbst hierher zu fahren?
Willst du den Trchkan als vollen Halt fahren – durchs Chichkhan-Tal, an den Wasserfall, hinüber zum wiederaufgebauten Kloster? Armenia Expeditions baut die Route mit geländetauglichem Fahrzeug und ortskundigem Guide. Eine Nachricht — den Rest planen wir.