Kathedrale von Etschmiadzin: die Mutterkirche der Armenier in Vagharshapat
Vagharshapat — Ein gedrungener Kuppelbau in einem Hof aus Rosen und Torbögen – hier sitzt der Katholikos aller Armenier, und die Kirche zählt ihre Geschichte ab dem Jahr 301. Sechs Jahre lang war die Kathedrale wegen einer Grundsanierung geschlossen; am 29. September 2024 wurde sie neu geweiht.

Du stehst in der Kathedrale, die als älteste der Welt gilt, der Überlieferung nach zu Beginn des 4. Jahrhunderts erbaut — seit über sechzehn Jahrhunderten schlägt hier das geistliche Herz der Armenischen Apostolischen Kirche. Weihrauch hängt in der Luft, Gesang füllt das Steingewölbe. Wenige Kilometer entfernt liegt die Ruine von Zwartnots aus dem 7. Jahrhundert; beide zusammen gehören zum UNESCO-Welterbe.
Der Name sagt, worum es geht: Etschmiadzin heißt „der Eingeborene stieg herab“ und benennt eine Vision, keine Bauurkunde. Was über dem Platz steht, trägt die Handschrift vieler Jahrhunderte – die Grundgestalt von 483/484, die Glockentürme des 17. Jahrhunderts, die Malereien des 18. Unter dem Fußboden liegen die Reste eines vorchristlichen Heiligtums.
Offroad & Anfahrt
Asphalt1/5
Offroad-Faktor 1 von 5: Etschmiadzin liegt am Asphalt, knapp 20 Kilometer westlich von Jerewan – kein Gelände, und hier braucht es keins. Wir hängen die Kathedrale meist an den ersten oder den letzten Tag, wenn die Route ohnehin durch die Ararat-Ebene führt und die Pisten in Vayots Dzor und Syunik noch vor oder schon hinter dir liegen. Der Wagen bleibt am Rand des Klosterhofs stehen, der Rest ist ein Spaziergang über Kies und Rasen. An derselben Straße, wenige Kilometer entfernt, liegt die Ruine von Zwartnots.
- Beste Saison
- Ganzjährig
- Nächster Ort
- Vagharshapat
Lage und erster Eindruck
Nach der Überlieferung der Armenischen Apostolischen Kirche entstand die Kathedrale zwischen 301 und 303 unter Gregor dem Erleuchter. Die Grundgestalt des heutigen Baus geht auf 483/484 zurück, als Wahan Mamikonjan die bei einem persischen Einfall schwer beschädigte Kirche wieder aufrichten ließ. Ab 1627 ließ Katholikos Movses III. Kuppel, Decke, Dach, Fundamente und Bodenplatten erneuern; der westliche Glockenturm entstand 1654–1658, die kleineren Glockentürme 1682, die Sakristei 1868 unter Katholikos Gevorg IV. Naghasch Hovnatan bemalte den Innenraum zwischen 1712 und 1721. Die Kathedrale steht in Vagharshapat, Provinz Armavir, 18 Kilometer westlich von Jerewan; der Flughafen Zwartnots liegt 10 Kilometer östlich der Stadt. Seit 2000 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Kathedrale und Kirchen von Etschmiadzin und archäologische Stätte Zwartnots“.
Geschichte: Vom Wiederaufbau 483/484 bis zur Neuweihe 2024
Baulich fassbar wird die Kathedrale im 5. Jahrhundert: 483/484 ließ Wahan Mamikonjan die zerstörte Kirche neu errichten, und von diesem Bau stammt der Kreuzgrundriss mit der Mittelkuppel, den man heute vor sich hat. Ausgrabungen im Untergeschoss legten die Reste eines vorchristlichen Heiligtums frei, wohl eines Feueraltars. 1441 beschloss eine Versammlung mehrerer hundert Geistlicher, das Katholikat wieder hierher zu holen; seither ist Etschmiadzin Sitz des Katholikos aller Armenier, und erst im 15. Jahrhundert kommt auch der heutige Name in Gebrauch. Ab 1627 erneuerte Movses III. Kuppel, Dach und Fundamente, dann kamen die Glockentürme, und 1712 bis 1721 bemalte Naghasch Hovnatan den Innenraum. 2000 nahm die UNESCO die Kathedrale samt den Kirchen der Stadt und der Ruine von Zwartnots in die Welterbeliste auf. Von 2018 bis 2024 blieb sie geschlossen: Fundamente, Pfeiler, Bögen, das Kuppelkreuz und über 600 Quadratmeter Fresken wurden instand gesetzt – der erste Eingriff dieser Größe seit den 1620er Jahren.
Die Legende vom goldenen Hammer
Der Name des Ortes kommt aus einer Vision, nicht aus einer Bauakte: Gregor dem Erleuchter soll Christus erschienen sein und mit einem goldenen Hammer auf den Boden geschlagen haben, um die Stelle zu bezeichnen, an der die Kathedrale stehen sollte. Daher Etschmiadzin – „der Eingeborene stieg herab“. Auch die Bauzeit 301 bis 303 gibt die Kirche als Überlieferung weiter; baulich belegt ist erst der Wiederaufbau von 483/484. Ältere Quellen nennen den Ort schlicht die Kathedrale von Vagharshapat, der Name Etschmiadzin kommt erst im 15. Jahrhundert auf.
Warum Etschmiadzin besonders ist
Auf unseren Touren ist Etschmiadzin der Ort, an dem die armenische Kirche nicht Vergangenheit ist, sondern Verwaltung, Ausbildung und Gottesdienst: In demselben ummauerten Hof liegen Kathedrale, Priesterseminar und die Residenz des Katholikos. Alle sieben Jahre wird hier das Heilige Myron geweiht, das Salböl der gesamten armenischen Kirche – zuletzt am 28. September 2024, einen Tag vor der Neuweihe der Kathedrale. In der Schatzkammer liegen die Reliquien, an denen die Frömmigkeit des Landes hängt, darunter die Heilige Lanze in silbernem Behältnis und ein Splitter, den die Überlieferung der Arche Noah zuschreibt. Und seit der Restaurierung zeigen die Malereien wieder Farben, die jahrzehntelang unter Ruß lagen.
Praktische Informationen
Anfahrt: knapp 20 Kilometer westlich von Jerewan, durchgehend Asphalt; öffentlich fahren die Kleinbusse 202 und 203 vom Busbahnhof Kilikia etwa alle 30 Minuten. Der Eintritt in die Kathedrale ist frei, für die Schatzkammer wird einer verlangt – ihre Öffnungszeiten geben verschiedene Quellen verschieden an, also vor Ort nachfragen. Kleidung: Beine bedeckt, Männer nehmen die Kopfbedeckung ab; ein Kopftuch tragen die Frauen der Gemeinde, von Besucherinnen wird es nicht verlangt. Die Kathedrale ist eine tätige Kirche und seit dem 29. September 2024 wieder geweiht: Während der Liturgie bleibt man am Rand und lässt die Kamera unten. Zwartnots liegt wenige Kilometer an derselben Straße Richtung Jerewan und passt auf denselben Tag.
Impressionen
Lage
In 1 Expeditionen enthalten
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Bereit, selbst hierher zu fahren?
Willst du in dem Hof stehen, aus dem die armenische Kirche seit dem 15. Jahrhundert geleitet wird? Etschmiadzin gehört fest zu den Armenien-Touren von Armenia Expeditions. Eine Nachricht — den Rest planen wir.



