Berg

Mount Vardenis – Vulkangipfel über den Hochweiden von Vayots Dzor

Vayots DzorAuf 3.522 Metern bildet Mount Vardenis den höchsten Punkt der Region Vayots Dzor: ein erloschener Vulkan mit Lavakegel, dessen Nordhänge sanft zum Sevansee abfallen und dessen Südseite in steile Schluchten bricht. Die Pisten enden auf den Hochweiden, der Gipfel selbst bleibt eine Sache für die Beine.

Vulkankegel des Mount Vardenis über den Hochweiden in Vayots Dzor
Reiseziele

Sein Name geht auf das armenische Wort für Rose zurück, und der Überlieferung nach färben sich die Hochweiden im Hochsommer rosa, bevor Schnee und Lava wieder die Oberhand gewinnen. Der 78 Kilometer lange Gebirgszug trennt zwei Wasserwelten: Auf der einen Seite sammelt sich der Sevansee, auf der anderen entspringen aus kalten Quellen die Zuflüsse des Arpa-Tals.

Mount Vardenis erhebt sich am Nordrand der Region Vayots Dzor, dort wo der Vardenis-Gebirgszug das Becken des Sevansees nach Süden abriegelt. Der Gipfel ist ein extrusiver Vulkankegel, aufgesetzt auf einen langgestreckten Bergrücken aus relativ jungen Lavaströmen. Von unten wirkt die Kuppe unscheinbar, breit und gerundet; oben liegen Steinfelder, lose Lavablöcke und bis in den Sommer Schneereste. Die Hochweiden ringsum sind im Juli grün und von kalten Quellen durchzogen, der Wind streicht ungebremst über den offenen Hang. Die Anfahrt führt von der Seite des Yeghegis-Tals und des Selim-Passes hinauf in dieses weglose Hochland.

Offroad & Anfahrt

Extrem5/5

Offroad-Faktor 5. Über Hochweiden- und Vulkanpisten geht es bis auf etwa 3.000 Meter hinauf. Der Untergrund ist lose Lava und Schotter, der Hang stellenweise steil und ausgewaschen; eine markierte Straße gibt es nicht. Spurensuche im offenen Gelände gehört dazu, ebenso Schneefelder, die sich bis in den Sommer halten. Untersetzung und ein 4x4 mit Bodenfreiheit sind zwingend, ebenso Fahrerfahrung in losem, steilem Terrain. Die letzte Etappe zum Gipfel ist nur zu Fuß zu machen – rechne hier mit einer Wanderung über Steinfelder und Blockgelände. Plane den Aufstieg als Tagesziel und kalkuliere für die wegen des Untergrunds langsame Anfahrt großzügig Zeit ein.

Beste Saison
Juli–September
Höhe
3.522 m
Nächster Ort
Yeghegis / Selim
Originalname
Վարդենիս լեռ

Mount Vardenis im Überblick

Höhe: 3.522 m – höchster Punkt der Region Vayots Dzor. Typ: erloschener Vulkan (extrusiver Kegel) auf dem Vardenis-Gebirgszug, der die Grenze zwischen Vayots Dzor und Gegharkunik bildet. Der Bergrücken trennt das Sevan-Becken vom Arpa-Tal und gilt als Wasserscheide; die Osthänge sind reich an kalten Quellen. Koordinaten: 39,9953 N / 45,5294 O. Nächste Orte: Yeghegis / Selim. Beste Zeit: Juli bis September. Schnee hält sich in geschützten Lagen bis in den Sommer.

Geschichte: Vardenis-Zug und Seidenstraße

Der Vardenis-Zug zieht sich rund 78 Kilometer und bildet seit jeher eine natürliche Schranke zwischen dem Sevan-Becken und dem fruchtbaren Süden. Am Südfuß des Massivs, am Vardenyats- (Selim-) Pass auf 2.410 Metern, steht das Karawanserei-Gebäude, das die Fürstenfamilie Orbelian – Tsesar Orbelian mit seinen Brüdern – laut einer Bauinschrift im Jahr 1332 errichten ließ, um Reisende und ihre Tiere auf der armenischen Etappe der Seidenstraße zu beherbergen. In jener Zeit gehörte Vayots Dzor zum Königreich Syunik unter der Orbelian-Dynastie. Über diesen Pass am Fuß des Vardenis lief jahrhundertelang der Handel zwischen Ost und West, bis die Route im 15./16. Jahrhundert an Bedeutung verlor.

Legende & Mythos

Der Name Vardenis wird auf das armenische Wort „vard“ (վարդ) zurückgeführt, das „Rose“ bedeutet und über das Parthische bis ins Altpersische reicht. Der Überlieferung nach deutet der Name auf die rosenfarbenen Hochweiden, die sich im Hochsommer über die Hänge ziehen, bevor Schnee und Lava wieder die Oberhand gewinnen. Eine eigene, belegte Sagengestalt ist mit dem Gipfel nicht verbunden; die Bedeutung des Namens als „Rosenort“ bleibt die greifbarste Überlieferung.

Warum hierher

Vardenis ist der höchste Punkt einer ganzen Region und trotzdem kaum frequentiert – es gibt keine ausgebaute Straße, keine Markierung, keine Infrastruktur am Berg. Wer hier hochfährt, bewegt sich auf weglosen Vulkanpisten durch ein Hochland, das die meisten Reisenden nie zu sehen bekommen. Der Reiz liegt in der Kombination aus echtem Fahrerlebnis im losen Lavagelände, dem weiten Blick von der Wasserscheide über zwei Talsysteme und der Stille der Hochweiden auf über 3.000 Metern. Das ist Gelände für Leute, die das Fahren und den Aufstieg selbst als Ziel begreifen.

Praktische Hinweise

Beste Reisezeit ist Juli bis September; davor und danach blockiert Schnee die oberen Pisten. Ausgangspunkt ist die Gegend um Yeghegis und den Selim-Pass. Voraussetzung sind ein 4x4 mit Untersetzung und Bodenfreiheit sowie Fahrerfahrung in steilem, losem Gelände. Nimm warme Kleidung mit – auf der Höhe ist es auch im Sommer kalt und windig, Schneefelder sind möglich. Wasser findet sich an den kalten Quellen der Osthänge, dennoch ausreichend eigene Vorräte, Verpflegung und festes Schuhwerk für die Gipfeletappe zu Fuß einplanen. Wetter kann rasch umschlagen; ohne Ortskenntnis ist Begleitung ratsam.

Quellen
01Bildstrecke

Impressionen

02Auf der Karte

Lage

Diesen Ort erfahren

Bereit, selbst hierher zu fahren?

Wenn du Mount Vardenis fahren und den Gipfel zu Fuß erreichen möchtest, plant Armenia Expeditions die Anfahrt über das Yeghegis-Tal, die passende Fahrzeugausstattung und die Gipfeletappe gemeinsam mit dir. Eine Nachricht — den Rest planen wir.

Tour anfragen